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Das was Lehde in Europa einmalig macht, ist seine
besondere Lage im Spreewald.
Für rund die Hälfte der 160 Einwohner ist die Ver- und
Entsorgung ihrer Wohngrundstücke in Lehde nur über das Wasser möglich.
Lehde ist damit im Spreewald das einzigste Dorf, in dem der Kahn noch
immer zum täglichen Leben und Arbeiten der meisten Einwohner gehört.
Diese Besonderheit prägt das Ortsbild und ist der Hauptgrund, warum
jedes Jahr Hunderttausende das Lagunendorf besuchen. Das Leben mit dem
Kahn sieht für den Außenstehenden idyllisch aus. Für die Betroffenen ist
es aber mit beträchtlichen zusätzlichen Aufwendungen an Zeit und Geld
verbunden. Das gilt insbesondere für die Unterhaltung der gesamten
Bausubstanz. Die aus der fehlenden Straßenerschließung resultierenden
Schwierigkeiten und die Unbequemlichkeit ist leider oft genug Grund
gewesen, Lehde den Rücken zu kehren. Ein Aspekt, wenn auch nicht die
einzigste Ursache, für den Verfall manchen Wassergrundstückes.
Viele Lehder wohnen auf Inseln aber Lehde ist nicht
isoliert von den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen
Verhältnissen. Damit Lehde einmalig bleibt, ist es notwendig, Lehde als
lebendiges Dorf zu erhalten und zu entwickeln. Den Menschen hier muss
man eine zeitgemäße Entwicklungsperspektive geben.
Selbst in einem Museum bleibt die Zeit nicht stehen. Das
möchten wir insbesondere denjenigen sagen, die Lehde in ein von Ihnen
exklusiv vermarktetes Freilandmuseum verwandeln möchten und das ohne
selbst einen Finger krumm zu machen.
Lehde ist die wichtigste touristische Trumpfkarte von
Lübbenau. Dieses Kleinod ist ohne Einwohner nicht zu erhalten. Deshalb
müssen Bedingungen geschaffen werden, dass insbesondere die Jungen hier
bleiben und das „Auswanderer“ auf Ihre Höfe zurückkehren. Die
Kurzsichtigkeit mancher Behörde, beginnend schon in den 60er Jahren, hat
große Lücken in das Generationsgefüge gerissen.
Im Mittelpunkt einiger scheinheiliger
Auseinandersetzungen um Lehde steht das Auto. Ob Brücken- oder
Parkplatzbau, das Auto gehört heute nun einmal nicht nur
selbstverständlich, sondern notwendiger Weise zum Leben und Arbeiten
dazu. PKW´s an exponierter Stelle stören zweifelsohne das idyllische
Ortsbild. Seit vielen Jahren fordern daher die Einwohner eine zeitgemäße
Schnittstelle zwischen Kahn und PKW, d.h. einen Ort wo sie beides
dauerhaft nebeneinander parken können und dabei die Wasserseite nicht
verschandeln.
In dem Irrglauben, die Zahl der Autos in Lehde dadurch
minimieren zu können, wurde dieses Vorhaben in der Vergangenheit von
vielen Seiten verhindert. Passiert ist genau das Gegenteil – wir haben
jetzt schleichend viel mehr Kraftfahrzeuge im unmittelbaren Ortskern.
Die einzigste praktikable Lösung ist deshalb der Bau
eines Wirtschaftshafens mit Einwohnerparkplatz am Orteingang. Dieses
Vorhaben würde 4 Probleme lösen:
-
Sicherheit und Erleichterung für die Bewohner der Wassergrundstücke
-
Begrenzung der PKW im Ortskern
-
Minimierung der freien touristischen Parkplätze gegenüber dem
jetzigen Zustand und damit Verhinderung einer weiteren schleichenden
Ausweitung.
-
Verbesserung des Ortsbildes
Eins steht aber leider auch fest, er kommt zu spät, um
mache Fehlentwicklung der jüngsten Vergangenheit zu korrigieren. Jedes
Zögern macht es aber nur noch schlimmer.
Der vorgeschlagene Standort ist für das Vorhaben nahezu
ideal, er befindet sich deutlich vor dem denkmalsgeschützten Ortsbild
und am Ende des ausgebauten Strassenbereiches. Der sich dort befindliche
Garagenkomplex wird bereits von den Besitzern der Wassergrundstücke
genutzt. Der Wasseranschluss kann weitestgehend durch Revitalisierung
alter Gräben hergestellt werden. Beim Anschluss über das Sabugnafließ
ist auch kein zusätzlicher Brückenneubau erforderlich. Die winterlichen
Wasserverhältnisse lassen bei dieser Trassenführung auch die geringste
Beeinträchtigung durch Zufrieren erwarten. Die Entfernung von der
Ortsmitte („Fröhlicher Hecht“) bis dorthin ist die gleiche wie zum
Umschlagplatz an der Dolzke, welcher aber auch zusätzlich erhalten
bleiben muss.
Die Gestaltung der genannten Fläche kann sehr
Landschaftsgerecht erfolgen. Der Tourist wird diese Fläche in wenigen
Jahren als eine logische Besonderheit und Sehenswürdigkeit von Lehde
wahrnehmen.
Erhebliche Bereiche dieses Areals befinden sich außerdem
bereits in kommunaler Hand. Dieses Areal mit seiner Staustufe bietet die
Möglichkeit einen attraktiven Wasserspielplatz zu errichten. Ein solches
familienfreundliches Angebot fehlt in Lübbenau.
Von einigen touristischen Leistungsträgern aus Lübbenau
wird als Grund für Ihre Ablehnung die mögliche Konkurrenz durch eine
kommerziell genutzte Kahnabfahrtsstelle beschworen. Dies streben wir
nicht an. Wenn aber keiner den Lehdschen die gesicherte
Abfahrtsmöglichkeit von Lübbenau garantiert, dann werden wir auf diese
Option nicht leichtfertig verzichten. Lehde ist das einzigste
Spreewalddorf ohne Abfahrtsstelle.
Da wir es sind, die unseren Rücken für die Erhaltung des
Dorfes krumm machen, lassen wir uns das selbstverständliche Recht uns
selbst zu vermarkten, nicht verbieten. Insbesondere nicht von Leuten,
die nicht bereit sind, sich angemessen an der Erhaltung zu beteiligen.
Der Förderverein von Lehde ist kein Museumsverein,
sondern steht für das Bewahren eines lebendigen Dorfes. |